"Geniale Schimpfkanonade", Rheinische Post am 10. Juni 2006
"Der Grund für das Schumann-Jubiläumsjahr
2006 ist zwar sein 150. Todestag, der Kammerchor Hösel
ehrte den Erz-Romantiker unter den Komponisten im zweiten
gut besuchten Konzert der „Schumanniade“ indessen
mit einem vollmundigen Geburtstagsfest. Unter Leitung von
Dominikus Burghardt ließen die 19 Sängerinnen und
Sänger, die fast durchweg solistische Qualitäten
haben, den Saal im Haus Oberschlesien zu klein erscheinen,
so gewaltig wurden aus volkstümlichen Liedern, Romanzen,
Balladen und Liebesliedern Klangbauten errichtet. Wenn man
die späten Chorwerke hört, die 1849 nach Texten
verschiedener Dichter entstanden, meint man, Robert Schumann
habe sich sein Leben lang mit einem Bein im Grab gefühlt.
Getragenes Tempo herrscht in den Romanzen und Balladen vor
und unterstützt die Melancholie und die Texte vom Tod.
Der Kammerchor beeindruckte mit ausgefeilter Gestaltung, die
den Inhalt ebenso zur Geltung brachte wie die kompositorischen
Feinheiten. Und da zeigte sich Schumann ausgesprochen vielseitig.
In die leidenschaftliche Stimmung tauchte der Chor schnell
ein und hatte darin seinen Höhepunkt im hochdramatischen
Schlusslied „Nord oder Süd“. Das Glanzstück
des ersten Teils aber war die „Romanze vom Gänsebuben“,
in der sich ein Solistenquartett mit dem Chor maß. Hier
konnten die Zuhörer nicht nur die allseits hohe Disziplin
des Kammerchores erleben, sondern in lebhaftestem Tempo pure
Sangeslust. Besser kann man schnatternde Gänse kaum darstellen."
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