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"Geniale Schimpfkanonade", Rheinische Post am 10. Juni 2006

"Musikalisch noch anspruchsvoller erwies sich nach der Pause Johannes Brahms, für den Schumann bereits geschwärmt hat, in seinen Liebesliedern op. 52, die von vorehelichen Freuden berichten. Es entspann sich in den 18 Miniaturen alsbald ein vergnüglicher Wettstreit zwischen den Pianisten Rainer M. Klaas und Dominikus Burghardt, die vierhändig den Flügel zu bändigen schienen, und dem Chor, der sich mühelos vom zärtlich wiegenden Dreiertakt in wildes Gepolter führen, witzige Streicheleinheiten oder Liebesraserei spüren ließ. Reizvoll wechselten sich dabei Frauen- und Männerstimmen ab. Einmal vermochte man wirklich bunte Vögel hüpfen zu sehen, ein andermal (in „Ein dunkler Schacht ist Liebe“) kam so viel Stimmgewalt zusammen, als ob ein ganzes Bergwerk gesprengt werden sollte. Höhepunkt des 2. Teils aber war die geniale Schimpfkanonade „Es ist nicht auszukommen mit den Leuten“. Die möchte man stets parat haben, wenn man sich wieder einmal über Zeitgenossen geärgert hat. Man könnte sich natürlich auch mit so einem musikalischen Zierstück wie Schumanns Arabeske op. 18 besänftigen. Rainer Klaas spielte es auf dem Flügel als Überleitung zu Brahms mit Feingefühl und sehr bildhaft als Rankwerk um starkfarbige und pastellige Felder. Der stürmische Applaus am Ende forderte zwei Zugaben heraus."

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